Its Me: Scwoh
Illustration begleitet mich seit meiner Kindheit. Farben, Formen und visuelle Erzählungen waren immer meine Art, die Welt zu begreifen. Über viele Jahre habe ich diese Sprache im Rahmen meiner Arbeit für RUNDFUX entwickelt – mit dem Fokus auf kindliche Bildwelten, Emotion und narrative Gestaltung.
Parallel dazu entstand eine zweite künstlerische Identität: SCWOH.
Unter dem Namen SCWOH (Selected Words of Humanity) entwickle ich Porträtarbeiten, die von Sprache, emotionaler Resonanz und menschlicher Ambivalenz ausgehen. Ausgangspunkt jedes Bildes ist ein Satz, ein Fragment oder ein Gedanke, der mich persönlich bewegt. Diese Worte fungieren nicht als Illustration, sondern als innerer Impuls, der den bildnerischen Prozess steuert.
Im Zentrum meiner Arbeit steht der Mensch — nicht als idealisiertes Abbild, sondern als Träger von Widersprüchen. Mich interessiert besonders die Spannung zwischen Kontrolle und Auflösung: präzise ausgearbeitete Kohle- und Bleistiftporträts treffen auf rohe gestische Eingriffe, offene Bildstellen und bewusst sichtbare Materialität. Diese Gegensätze sind kein Stilmittel, sondern Spiegel innerer Zustände.
Ein entscheidender Moment meiner Arbeit ist die bewusste Entscheidung, ein Bild unaufgelöst stehen zu lassen. Der Punkt, an dem ich aufhöre, markiert für mich den Übergang vom handwerklichen Prozess zur eigenständigen künstlerischen Setzung. In dieser Spannung zwischen Ausarbeitung und Fragment liegt für mich die eigentliche Energie des Bildes.
